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Donnerstag, 2. April 2015

Kulinarischer Ausflug - Letzter Teil der Südostasien-Reihe (Teil 13)

Als Abschluss meiner Südostasien-Reihe möchte ich hier ein paar fotografische Eindrücke der örtlichen Küche teilen, die ich auf unserem Weg durch Thailand, Laos und Kambodscha eingefangen habe.

Reis

Das Grundnahrungsmittel der thailändischen Küche ist Reis. Angebaut werden zahlreiche Sorten, darunter sowohl die im Wasser auf Terrassen angebaute Art als auch Arten, die man ohne viel Wasser auf Feldern kultivieren kann.

Die simpelste Form einer Mahlzeit: Gemüsereis in Chiang Mai.

Auch in Laos wird hauptsächlich Reis gegessen, weit verbreitet ist vor allem Klebereis, den man mit den Fingern formt. In Luang Prabang (Laos) gibt es eine staatliche Behörde, die den Preis für Reis reguliert.


Reis wird auch oft in Bananenblätter gepackt, wie hier in Phnom Penh (Kambodscha).


Ob zu Fleisch oder Fisch, Reis ist immer mit dabei. Es gibt auch süße Speisen mit Reis und in Bangkok gibt es sogar einen Eis-Becher, in dem man Klebereis mit Mango bekommen kann. 

Suppen

An jeder Ecke bekommt man Nudelsuppen. Suppe ist eines der seltenen Gerichte, das man in Thailand und Laos mit Stäbchen (und Löffel) ist. Normalerweise wird die Gabel benutzt, nur chinesische Speisen ist man mit Stäbchen.
In jedem Ort schmeckt die Suppe anders, allerdings sind die Grundbestandteile meistens gleich: Nudeln, Zitronengras, Koriander und Fleisch.



Dazu gibt es immer ein Set von vier zusätzlichen Würzungen: Zucker, Fischsauce und zwei scharfe Gewürze (z.B. Chili). Es gibt alle möglichen Varianten, z.B. mit Curry.


In Luang Prabang gibt es ein berühmtes Or Lam, eine Wasserbüffelsuppe. Ich bekam allerdings die Variante mit Meeresfrüchten, Erbsen und einer ganzen Menge Chili.


Nudeln

Nudeln sind sehr verbreitet, vor allem Pad Thai gibt es in Thailand überall. Man kann jedoch auch Varianten wählen, z.B. mit klebrigen, dicken Nudeln.


An vielen Orten begegnet einem auch die Variation mit Spinat, wie hier in Kambodscha.


Fisch

In Laos ist Fisch aus dem Mekong neben Klebereis das Grundnahrungsmittel, auch in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh und an den Küsten bekommt man frisch gefangenen Fisch auf den Teller.

Mekong-Fisch schmeckt sehr schlammig...
Eine Spezialität in Kambodscha ist Amok, ein Fischgericht mit Kokosnuss-Curry. Traditionell wird es in Blättern des Noni-Baums serviert, in meinem Fall auf einem Markt von Phnom Penh lediglich mit Salat und mit vielen Gräten…


Auf Koh Chang kann man Wels essen – mit Nudeln und Gemüse.


Meeresfrüchte

Überall gibt es Gerichte mit Meeresfrüchten, hauptsächlich Garnelen und Tintenfisch. Gebratene Tintenfische bekommt man oft direkt vom Grill, man kann sie jedoch auch getrocknet und in gewalzter Form knusprig und mit einem Dip serviert am Straßenrand kaufen.


Fleisch

Fleisch gibt es überall in allen Formen. Am häufigsten sieht man Geflügel, frisch vom Grill.


Begehrt sind die Fleischspieße, die man in einer süßen Marinade gebraten an der Straße bekommt. 


In Laos isst man Fleisch (in diesem Fall Ente) mit viel Grünzeug, einer Sauce und kalten Reisnudeln.


Ziemlich merkwürdig ist das getrocknete Schweinefleisch, das man im Supermarkt abgepackt bekommen kann. Es erinnert in der Konsistenz ein wenig an Zuckerwatte, zerfließt aber nicht im Mund.


Obst

Natürlich gibt es auch viel frisches und reifes Obst. Mangos und kleine Bananen, aber auch exotische Früchte wie z.B. die stachlige Durian-Frucht hinten links im Bild, die es v.a. in Thailand und Malaysia gibt.


Im Supermarkt von Siem Reap gibt es Tamarinden, die in vielen südostasiatischen Küchen Verwendung finden.


Bier

Natürlich bekommt man in allen drei Ländern auch Bier: In Thailand ist Singha die traditionelle Marke, die jedoch in den letzten Jahren von Chang und Leo herausgefordert wird. In Laos trinkt man das Getränk der staatlichen Marke Beerlao, das in Vientiane gebraut wird. In Kambodscha ist Angkor sehr beliebt, daneben gibt es von der gleichnamigen Brauerei auch das ähnlich klingende Anchor („Anker“).


Ich hoffe, Ihr habt meine Südostasien-Reihe genossen und ich konnte Euch ein paar bildliche Eindrücke liefern. Für Kritik und Anmerkungen bin ich immer offen, also meldet Euch. Ansonsten wünsche ich Euch – in diesem Beitrag – einen guten Appetit und vielleicht habt Ihr ja Hunger aufs Reisen bekommen… 

Montag, 23. März 2015

Nachtzug & Co. - Über Thailand nach Kambodscha (Teil 7)

Am Nachmittag brachte uns ein Sammeltaxi zum Grenzbahnhof bei Vientiane. Von dort bringt eine kurze Zugstrecke die Reisenden über die Erste Thailändisch-Laotische Freundschaftsbrücke, welche seit 1994 die in der Geschichte oftmals verfeindeten Staaten verbindet. Da ein Grenzübertritt aber bekanntlich keine erholsame Angelegenheit sein soll, sondern ein bürokratischer Akt und ein langer Weg, der uns Reisenden vor Augen führt, dass wir noch am Leben sind, brachte uns das Sammeltaxi erstmal quer durch Vientiane, wo irgendwo die Hälfte der Passagiere in einen Bus nach Hanoi (Vietnam) umstieg. Unser Fahrer gönnte sich in aller Seelenruhe noch einen Maiskolben, während wir anderen in der Sonne zu warten hatten. Und auch die willkürlich eingeforderten 10 Dollar, die als Ausreisegebühr erhoben werden und von denen wir vor Ort zum ersten Mal etwas hörten, sind Teil des Erlebnisses. Plötzlich fühlt man sich heimisch auf der anderen Seite, wo pünktlich um achtzehn Uhr bei unserer Ankunft die thailändische Nationalhymne gespielt wird. Irgendwann sitzen alle im Zug.

Und nein, die Körbe sind nicht die Betten. Die sind tatsächlich fürs Gepäck... 

Die aufgeweckte Zugbegleiterin ist von uns großen Menschen sichtlich beeindruckt und macht ihre Späße, was sie jedoch nicht davor zurückschreckt, uns irgendwann von unseren Sitzen zu scheuchen und hastig die Betten auszuklappen. In der Nacht schläft sie am einen Ende des Wagens und wir sollten doch bitte die Toilette am anderen Ende benutzen, da wir sonst im Gang über ihre Beine stolpern würden. Die Betten über unseren Köpfen klappt sie auf unseren Sitzen umher kletternd ganz alleine auf, doch zum Kontrollieren der Tickets rücken gleich vier Mann der Zugbesatzung an. Einer diktiert die Nummer des Reisepasses, der zweite checkt die Liste und die anderen patrouillieren den Gang rauf und runter. Als die Nacht beginnt verkriecht sich jeder in seiner viel zu schmalen Koje. Das leichte monotone Geruckel ist dem Einschlafen durchaus förderlich, doch gegen drei Uhr nachts habe ich das Gefühl, dass mir der Zug nach dem Leben trachtet und mich mit aller Gewalt aus dem Bett schmeißen will. Es muss schlimm gewesen sein, denn ich benutzte zum ersten Mal in meinem Leben die Diktiergerät-Funktion meines Handys und hielt meine Gedanken fest: Eine Stimme, die wohl meine sein muss, sich aber ganz anders (und ziemlich verschlafen) anhört, verwendet Worte wie „Höllenritt“ und „Requiem für Eisenbahnliebhaber“. Ich hatte schon immer einen Sinn fürs Melodramatische, vor allem wenn das Schicksal mir meinen Schlaf stehlen will. – Gegen fünf werden wir dann formell geweckt, die Zugbegleiterin geht wieder durch den Gang und rüttelt an den Betten. „Get up, get up!“ – Wir sind zwar noch nicht in Bangkok, aber wir wollen ja schließlich mit gemachten Betten ankommen und müssen deshalb unverzüglich wieder in der Vertikale platznehmen, bevor wir im Hauptbahnhof einlaufen. Nach einer zweistündigen Pause, einer ordentlichen Nudelsuppe und dem Acht-Uhr-Appell zur Hymne brachen wir auf nach Kambodscha. Die Agentur, die uns am Bahnhof das Ticket verkauft hatte, erschien durchaus vertrauenserweckend, doch wir bezahlten dreimal so viel wie die meisten anderen an Bord des klimatisierten Reisebusses.
Das Erlebnis des Grenzübergehens ging weiter, schon 20 Kilometer vor der kambodschanischen Grenze. In einer privaten Raststätte der Agentur ließen wir die extrem falsch grinsenden Angestellten, die alle miteinander verwandt zu sein schienen, unsere Visa in den Pass klebten. Zwischen ein paar billigen Witzen verkaufte man uns auch noch ein Guesthouse-Zimmer in Siem Reap, was uns trotz aller vernünftigen Einwände recht unkompliziert vorkam. Zumindest sollten wir bei unserer Ankunft versorgt sein. Das Zimmer war schließlich auch ganz gemütlich, aber da man bekanntlich auch B sagen muss, sollte man schon A gemurmelt haben, kamen wir über das Guesthouse auch an einen viel zu teuren Tuk-Tuk-Fahrer für unsere Erkundungen in Angkor Wat. Es lässt sich zumindest festhalten, dass wir während des ganzen Urlaubs nie so viel Geld ausgegeben hatten wie in diesen 24 Stunden. Dazu trug natürlich auch der eigentliche Grenzübertritt bei: Es wurde uns empfohlen Geld zu wechseln, da Kambodscha sehr rückständig sei. Letzte Bank für die nächsten 7 Tage, quasi – was natürlich Unfug war. Der langen Rede kurzer Sinn: Knapp zwanzig Euro verloren beim mehrfachen Umtausch, Schuld waren der Wechselkurs und vor allem unsere Übermüdung. Ach ja, und wer die einstündige Schlange an der Grenzkontrolle umgehen wollte, konnte für nur 200 Baht (sechs Euro) ganz einfach an der Masse der Anstehenden vorbeigehen. Auf der anderen Seite wartete dann ein Bus, der uns zu einem Busbahnhof fuhr, wo wir in einen anderen Bus umsteigen mussten. Als dieser voll war und losfahren wollte, kam noch ein Amerikaner mit Gitarre dazu, der nicht eine Stunde auf den nächsten Bus warten wollte. Er setzte sich nach vorne zum Fahrer, hielt als das Gefährt anrollte eine kurze Rede und hieß uns und sich selbst in Kambodscha willkommen. Alle amüsierten sich prächtig und man merkte, dass die meisten Mitreisenden wirklich froh waren, endlich wieder in einem Bus zu sitzen, der tatsächlich in Richtung Ziel fuhr.


Sonntag, 22. März 2015

Vang Vieng & Vientiane (Teil 6)

Eine kleine Zwischenstation auf unserem Weg nach Süden sollte Vang Vieng sein, das eigentlich nur 230 Kilometer von Luang Prabang entfernt liegt. Dank der kurvigen Straße trennen Start und Ziel aber ganze sieben Stunden. Alles halb so schlimm, hätte ich mich am Vorabend genauer informiert und wäre am Tag der Abreise nicht guten Mutes eine Viertelstunde zu spät vom Hostel aufgebrochen. So habe ich den Bus um eben diese fünfzehn Minuten verpasst. Spontan wie planlos kam ich mit meinem (deutlich zu schwer bepackten) Reiserucksack an der Busstation an und erkannte, dass ich ganze fünf Stunden Zeit haben würde, um mich mit roten Plastikbänken, grimmigen Ticketverkäufern und laotischem Fernsehen anzufreunden. Das Ticket kostete 14 Dollar, was für die bisherigen Verhältnisse ein kleines Vermögen war. Ich schaute tatsächlich eine Weile fern, nachdem mir keine Notizen mehr einfielen, die ich hätte niederschreiben können, und war erstaunt über die Bandbreite und Qualität des sozialistischen Staatsfernsehens. Nur ein einziges Mal wurden schwarz-weiße Aufnahmen irgendeines militärischen Ereignisses gezeigt, der Rest des Programmes bestand aus Nachrichten, Talkrunden und einer äußerst modernen Koch-Show. Als vorurteilsbeladener Sensationstourist hätte ich im TV zumindest im Ansatz so etwas ähnliches wie Nordkorea erwartet, doch stattdessen wirbt das laotische Staatsfernsehen für den hauseigenen Youtube-Channel und die offizielle Facebook-Präsenz. Die zwei ewig wehenden Flaggen am oberen linken Bildschirmrand – eine für den Staat, eine für die (einzige) Partei – sind da nur ein schwacher Trost. Nach quälend langen Stunden des Wartens und einer höchst delikaten Nudelsuppe ging es endlich los – und die eigentliche Odyssee begann: Immer wenn die klägliche Hoffnung bestand, der Bus würde hinter der nächsten Biegung endlich auf über 60 km/h beschleunigen, lauerte ein paar Meter weiter schon die nächste scharfe Kurve. So ging es stundenlang durch atemberaubende Landschaften mit bewaldeten Berggipfeln und kleinen Dörfern, die sich zwischen Straße und Hang festklammerten. Die schlichten Siedlungen beheimaten jeweils ein paar Hütten aus Holz und Schilfmaterial und sind besonders vor und nach Einbruch der Nacht sehr beeindruckend. Busfahren wird zum Kino. Wenn in der Dämmerung die Frauen an den Brunnen Wasser holen, Kinder an der Straße mit Hunden und Hühnern spielen und die Männer das letzte Licht ausnutzen, um in Badehose neben den Häusern zu duschen, fühlt man sich als unbeteiligter Beobachter irgendwie mitten in den örtlichen Alltag versetzt. Die Haustüren sind stets offen. Wenn es dunkel ist, kann man so in die sporadisch eingerichteten Wohnzimmer hineinsehen, wo in jedem Haushalt ein Fernseher läuft. Oft sitzen Familien um einen Topf mit Klebereis und essen zu Abend. Zumindest aus dem klimatisierten Bus heraus, der über die einzige Hauptstraße wackelt, hat die nicht abreißende Kulisse aus Dorf und Urwald etwas Idyllisches.

Irgendwann nachts bin ich schließlich am Ziel und checke in ein Backpacker-Hostel ein. Wenn man bei Dunkelheit ankommt merkt man erst am nächsten Morgen, wo man eigentlich gelandet ist. Vang Vieng ist nicht die schönste Stadt der Welt, aber es bietet viele Ausflugsziele in der Umgebung. Per Fahrrad kann man die Wasserfälle und Höhlen des Umlands erkunden, wobei die Schotterpisten oft besser für Mopeds geeignet sind als für klapprige, ganglose Drahtesel. Doch die Natur ist jede Anstrengung wert.


In dieser Stadt treffen wir uns wieder, da meine zwei Freunde zuvor ja eine andere Route genommen haben. Sie waren bei den Steinkrügen in Phonsavan und sind deshalb deutlich mehr Bus gefahren als ich. Im Waschbecken eines Dreibettzimmers lässt sich die erste Ladung Wäsche zumindest notdürftig reinigen und dann in der Abendsonne trocknen.


Nach zwei Nächten geht es weiter gen Süden in die mit 620.000 Einwohnern größte Stadt von Laos und kleinste Hauptstadt Asiens: Vientiane – ein Name, den ich als Elfjähriger ohne jegliche Fremdsprachenkenntnisse noch ausgesprochen habe wie er geschrieben wird und der mir immer wie ein merkwürdiger Frauenname vorkam. Meinen ersten Eindruck von Laos bekam ich in meiner Kindheit durch eine Buchreihe, die mein Vater irgendwann Anfang der Neunziger gekauft hatte. Aus diesen Büchern nahm ich mein erstes geografisches Wissen, ich lernte alle Hauptstädte der Welt auswendig, von denen ich bis heute über die Hälfte wieder vergessen habe. Zu Laos gab es in einem dieser Bücher nur eine einzige Seite, mit einem einzigen Bild. Es war das einer Straßenszene, natürlich mit Moped. Irgendwann in den vier Wochen unserer Reise habe ich mich an jenes Bild zurückerinnert und bemerkt, dass ich jahrelang keine andere Vorstellung von Laos und Vientiane hatte als eben diese Frau oder diesen Mann auf einem Moped. Auch hätte ich früher nie gedacht, dass ich jemals in dieses Land kommen würde, doch nun war ich aber tatsächlich hier. Die schwammige Erinnerung an dieses Buch konnte ich nun durch neue Impressionen ersetzen – und vor allem durch neue Bilder von Mopeds. Der Verkehr von Vientiane – das auf Laotisch übrigens Vieng Chang heißt und einem so auch nahelegt, wie der französische Name auszusprechen sein könnte – führt einem vor Augen, dass es hier tatsächlich auch große Städte gibt, oder mindestens eine. Beruhigend und ernüchternd zugleich, denn Vientiane ist nicht wirklich schön. Aber es gibt einige beachtenswerte Sehenswürdigkeiten, wie etwa den Triumphbogen (Patuxai) irgendwo im Zentrum der Stadt. Die Türmchen und die Figuren entstammen der indischen Mythologie, auffallend sind dabei vor allem die Kinnari (halb Frau, halb Vogel). Beim Bau des Monuments fand auch Zement Verwendung, den die USA eigentlich zum Bau eines Flugplatzes für den Vietnamkrieg vorgesehen hatten.


Zum Zeichen des weltweiten Friedens wurde am anderen Ende des Patuxai-Boulevards ein großer Gong angebracht, auf dem sämtliche Religionen der Welt durch Symbole markiert sind. Zunächst wird man stutzig, wenn man das Zeichen mit den vier Haken sieht, aber natürlich muss man sich den kulturellen Kontext vor Augen führen: Die Swastika ist im indischen Kulturraum ein Symbol für verschiedene Dinge, es ist u.a. dem Sonnenaufgang, dem Tag oder auch dem Gott Ganesha zugeordnet. In Europa wäre dieser Gong allein wegen dieses Zeichens wohl undenkbar gewesen, aber jenseits von Indien hat man hier natürlich keine Bedenken.


Das Wahrzeichen von Laos ist der Pha That Luang, der Große Stupa aus dem 16. Jahrhundert. Er ist auch auf einem Geldschein zu sehen und stellt die Vereinigung des Buddhismus mit der laotischen Kunst dar.


Leider war das Gebäude schon geschlossen, denn wir kamen dort recht spät am Tag an. Dafür konnten wir die zahlreichen Sportbegeisterten beobachten, die von ihrem abendlichen Workout zurückkamen und über die riesige geteerte Fläche vor dem Pha That Luang nach Hause gingen. Ich habe keinen Schimmer, ob das mal ein Flugplatz war oder Paraden diente, aber es bot hunderten Menschen aller Generationen einen Ort um sich zu versammeln. Abends kann man jedoch auch den Nachtmarkt am Ufer des Mekong besuchen, wenn man unter Menschen sein will. Auf der anderen Seite liegt Thailand, aber diesseits des Flusses lassen sich nach Einbruch der Dunkelheit die letzten Souvenirs in Laos kaufen, nebst kurzen Hosen, billigen Hemden und gefälschten Musik-CDs.


Ich muss ja zugeben, dass bei mir nach den ersten zwei Wochen ein bisschen die Luft raus war. Quasi fast so wie bei dem Hund oder dem Buddha da oben im Bild. In Laos hatten wir Bergfest und somit die zeitliche Mitte unserer Reise erreicht. Die nächste Etappe wollten wir von der laotisch-thailändischen Grenze aus mit dem Nachtzug zurücklegen, wodurch wir morgens in Bangkok ankommen würden und dann gleich weiter nach Kambodscha starten könnten. Eine Tour von mehr als 24 Stunden, aber durch den Nachtzug würden wir nur wenig Zeit verlieren.

Samstag, 21. März 2015

Die Tempelanlage (Wat) in Südostasien (Teil 5)

Das Wat in Thailand, Laos und Kambodscha bildet den Mittelpunkt des buddhistischen Lebens jedes Dorfes. In größeren Städten findet man meist mehrere dieser Tempelanlagen, in Bangkok sind es über 400 und auch in Chiang Mai gibt es ganze zweihundert von ihnen. Neben seiner Rolle als Ort des Gebets und Quartier für die Mönche hat jedes Wat auch eine wichtige soziale Funktion: Hier kommen Menschen zusammen, um sowohl religiöse wie auch nicht unbedingt religiös behaftete Feste zu feiern. Innerhalb der Mauern der Anlage kann es sogar Kinovorstellungen und Musikkonzerte geben. In Phnom Penh, der Hauptstadt von Kambodscha, konnte ich einen sehr gut besuchten Vortrag verfolgen – leider konnte ich nicht feststellen, um welche Art von Vortrag es sich gehandelt hat, weil ich kein Wort verstanden habe. Es war jedenfalls keine Predigt. In manchen Wat hat es schon Rockkonzerte gegeben, häufiger als das auch Feuerwerke. Besonders bekannt sind natürlich die Klosteranlagen der thailändischen Städte Ayutthaya und Sukhothai, wo die Verbindung zwischen Monarchie und Religion anhand der geografischen Nähe von Königspalast und Tempel immer wieder deutlich wird. Etwas untypischer ist die weltbekannte und weltgrößte Tempelanlage Angkor Wat in Kambodscha: Die Anlage war ursprünglich dem Gott Vishnu geweiht und sein Grundriss folgt auch in seiner Form einer symbolhaften Darstellung des hinduistischen Kosmos. Ich werde deshalb in diesem Beitrag vor allem auf Wat in Laos und Thailand eingehen.

Im Folgenden möchte ich die einzelnen Gebäude eines Wat kurz vorstellen. Zwar gibt es in Thailand, Laos und Kambodscha durchaus Unterschiede bei den Tempelanlagen, doch der Grundbauplan ist immer sehr ähnlich. Der Chedi, der einer Stupa in anderen buddhistischen Ländern entspricht, bildet eines der zentralen Elemente eines Wat. Unter dem glockenartigen, häufig mit Blattgold überzogenen Bau verbirgt sich oft eine Buddha-Reliquie. Es wird angenommen, dass viele Chedis selbst Nachbauten eines anderen Chedi sind, der wohl ehemals eine Reliquie enthalten haben mag, da es unmöglich so viele Reliquien des Buddha geben kann wie es Chedis gibt. Besonders große Chedis findet man zuhauf in den Ruinen von Ayutthaya. Die wenigsten Chedis sind jedoch so prachtvoll wie der des Wat Phra Kaeo im Königspalast von Bangkok.

Wat Phra Kaeo (Bangkok)

Das heiligste Gebäude in einem Wat ist der Usobot (kurz auch Bot), die Gebetshalle. Sie muss nach alten Überlieferungen mindestens 21 Mönchen Platz bieten und ist nicht zwangsläufig das größte Gebäude eines Wat. Hier befindet sich jedoch die zentrale Buddha-Statue, die (im Optimalfall) nach Osten schaut. Bei seiner Erleuchtung soll der Buddha nämlich ostwärts geblickt haben, die Bautradition knüpfte an diese Überlieferung an.

Gebetshalle im Wat Ounalom (Phnom Penh)

Religiöse Zeremonien können durch die Mönche nur innerhalb eines Areals abgehalten werden, das durch acht Markierungssteine begrenzt wird. Diese Steine sind rund um ein Bot deutlich zu sehen. Die Außenmauern sind mit Motiven aus dem Leben des Buddha bemalt. Manchmal stößt man auch auf blau bemalte Charaktere, die an indisch-hinduistische Ikonografie erinnern. Die Verzierung ist also recht vielfältig und auch unterschiedlich beeinflusst. In Laos hatte man sich bei der Restaurierung eines Wat in Luang Prabang wohl dafür entschieden, eher moderne Szenen bei der Bemalung zu verwenden.

Wat Tat Luang in Luang Prabang (Laos)

Ein weiteres großes Gebäude im Tempelkomplex ist der Wihan, ein sporadisch eingerichteter Versammlungsraum der Mönche. Hier werden die Meditationen abgehalten, der Wihan kann aber auch normalen Gläubigen als Ort des Gebets dienen. Es gibt einen Glockenturm, aus dem die Mönche zum Gebet gerufen oder morgens aus dem Schlaf geweckt werden. Jedes Wat hat – meist in der Nähe des Haupteingangs – auch ein Häuschen für die Trommel. Die riesige Trommel in diesem Pavillon erklingt an besonderen Feiertagen, so etwa an Tagen des Bootsrennens.

Trommel auf dem heiligen Berg Phousi in Luang Prabang (Laos)

Für die Drachenrennen, die zum laotischen Neujahrsfest abgehalten werden, gibt es meist ein eigenes Drachenrennboot in jedem Wat. Auch dieses Boot hat seinen Platz, in einem Bootshaus am Rande des Tempelareals.

Wat Xieng Thong in Luang Prabang (Laos)

Boote haben vor allem in den Städten entlang des Mekong einen wichtigen Platz in der Architektur der örtlichen Wat, wie man auf dem nächsten Bild sehen kann. Betende können ihre Kerzen in diesen bootsförmigen, mit Sand gefüllten Kasten zu Füßen des Chedi stecken. Räucherstäbchen und auch Kerzen aus Wachs sind wichtiger Bestandteil des Gebets. Sie verbinden das jahrtausendealtes Ritual des Gebets mit Meditation und ritueller Reinigung.

Tat Luang in Luang Prabang

Weitere unfehlbare Gebäude sind die Bibliothek (Hor Trai), in der die heiligen Schriftrollen (Tipitaka) aufbewahrt werden, und ein offener Pavillon (Sala), der den Mönchen zum schattigen Verweilen dient. Manchmal gibt es noch weitere Schreine und Pavillone mit Buddha-Statuen und heiligen Artefakten.

Goldene Statuen im Wat Sisavan Tevalok bei Luang Prabang

Einige Wat haben auch ein eigenes Krematorium, wohin Angehörigen eines Verstorbenen den Leichnam in einer fröhlichen Prozession überführen. Anders als in westlichen Auffassungen hat man im Buddhismus eine andere, sehr viel positivere Einstellung gegenüber dem Tod.
In Laos wie auch in Thailand finden sich so gut wie keine Friedhöfe. Nach buddhistischer Tradition werden die Toten verbrannt, die Asche wird danach beerdigt. Es bleibt normalerweise nicht viel übrig von einem verstorbenen Menschen, doch in vielen Wat befinden sich an der Mauer, von der die Tempelanlage umschlossen wird, kleine oder große Grabstelen und Obelisken, in denen Urnen bestattet werden. Im Wat Si Saket in Vientiane, der Hauptstadt von Laos, stehen sogar sehr viele dieser Gräber, von denen die meisten größer sind als im Rest des Landes.

Wat Si Saket in Vientiane (Laos)

Von den heiligen Bezirken getrennt, aber meist in nächster Nähe zu den religiösen Gebäuden eines Wat stehen die Wohnquartiere (Kuti) der Mönche. Hier sieht man nach der Wäsche aufgehängt Kutten, zum Trocknen ausgelegten Reis oder auch das Auto des Klostervorstehers.

Wat Sisavan Tevalok bei Luang Prabang

Die Mönche und jungen Novizen, die im Wat ordiniert wurden, leben auf dem Gebiet der Tempelanlage in Häusern, Hütten und Zellen, die je nach Größe des Wat mal mehr, mal weniger luxuriös oder ärmlich eingerichtet sind. Wikipedia klärt uns darüber auf, dass in Thailand etwa ein Drittel der männlichen Jugendlichen zwischen 12 und 18/20 Jahren für ein bis sechs Jahre als Novizen im Tempel lebt und von dort aus auf besondere Mönchsschulen geht. Für die Familie ist es ehrenwert, wenn ein Angehöriger ins Mönchtum eintritt, denn Mönchen, Novizen und Nonnen wird in der Gesellschaft viel Respekt entgegengebracht. In ärmeren Ländern wie Laos gibt das Mönchtum außerdem eine gewisse Sicherheit für viele Familien, da am Tisch ein Magen weniger zu füllen ist und der junge Novize gleichzeitig eine gute Bildung bekommt. Religiöse Gelehrsamkeit oder eine Ausbildung in Meditation sind hoch angesehen. Buddhistische Mönche zeichnen sich durch ihre safranfarbene Kleidung aus und durch die Armut, in der sie leben. Zum Tagesablauf eines Buddhisten oder einer Buddhistin gehört auch die Gabe von Almosen, wenn die Mönche im Morgengrauen nur mit ihrem Gewand und einer Almosenschüssel ausgestattet das Kloster verlassen und Spenden in Form von Reis einsammeln. Das Geben von Almosen verbessert nach buddhistischer Vorstellung das Karma und erhält gleichzeitig das Mönchtum am Leben. Mittels finanzieller Spenden wird jedes Wat durch reiche Mäzenen wie arme Gläubige gleichermaßen getragen.


Wat in Ayutthaya
In den Tempeln können Gläubige Opfergaben kaufen – meist Räucherkerzen oder Lebensmittelpakete – und dann bei einem Gebet vor einer der Buddha-Statuen abstellen. Was genau in den Päckchen drin ist, die auf dem obigen Bild zu sehen sind, weiß ich nicht. Es könnte sich vielleicht um Textilien handeln. Anderswo kann man auch diesen lustigen Zeitgenossen begegnen:

Freitag, 20. März 2015

Luang Prabang (Teil 4)

Die Fahrt mit dem Schiff von Thailand nach Laos hätte drei Tage gedauert. Diese Zeit hatten wir nicht, deswegen entschieden wir uns ganz unspektakulär für das Flugzeug. Ein Viertel unserer Gruppe spaltete sich in Chiang Mai ab und zog in Richtung Süden, sodass wir nur noch zu dritt waren, als wir den Flughafen aus- und bei Lao Airlines eincheckten. Eine solide Propellermaschine brachte uns von Chiang Mai nach Luang Prabang.


Dort fallen ziemlich schnell die Unterschiede zu Thailand auf: Es scheint weniger Menschen zu geben, auch weniger Garküchen unter freiem Himmel, und alles in allem macht Laos einen ärmeren Eindruck als sein westlicher Nachbar. Die Beamten an der Grenzkontrolle des Flughafens sind an Distanziertheit nicht zu überbieten. Das Visum kostet 31 $, dann ist man offiziell in der Demokratischen Volksrepublik Laos eingereist. Mir fällt auf, dass ich noch nie zuvor in einem sozialistischen Staat zu Gast war. Es gibt nur eine Partei. Autos sind seltener, Scharen von Mopeds verpesten die Luft. Die Industrie ist enorm unterentwickelt und die Handelsbilanz ist negativ. In den kleinen Läden an der Straße fallen die unerwartet hohen Preise auf. Fast alles wird hier aus Thailand, Vietnam oder China importiert. Auf der anderen Seite hätte ich jedoch auch mehr Militär erwartet. Laos gibt nur 0,5% seines BIP für Rüstung aus, wie schon in Thailand sieht man so gut wie nie Soldaten oder andere Uniformierte auf der Straße.


Luang Prabang ist ein nettes kleines Städtchen mit geraden Straßen und einigen Häuserzeilen im französischen Kolonialstil, gelegen in einer wunderschönen grünen Umgebung. An der Mekong-Promenade kann man abends einen unglaublichen Sonnenuntergang genießen und zahlreiche Restaurants versorgen die größtenteils französischen Touristen mit einheimischem Essen und Rotwein. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt sind der Königspalast und der kleine Tempel auf dem Berg Phousi, der genau gegenüber der ehemaligen royalen Residenz liegt und über 328 Stufen neben einer Grotte und einem Fußabdruck des Buddha auch zahlreiche goldene Statuen und einen weitläufigen Blick über die Umgebung bietet.


Der Königspalast gleicht mehr einer größeren Villa. Luang Prabang war lange Jahre die Hauptstadt des historischen Königreichs Lan Xang und später des französischen Protektorats Laos. Bis zur Abschaffung der Monarchie im Jahre 1975 war es die Königsstadt und Residenz des letzten Königs Sisavang Vatthana, der mit seiner Familie in ein Umerziehungslager deportiert wurde und 1983 unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Den Königspalast hat die kommunistische Pathet Lao nach dem Umsturz erhalten und zum Nationalmuseum umfunktioniert. Heute beherbergt das Gebäude neben den königlichen Gemächern und der französisch angehauchten Einrichtung auch eine Reihe archäologischer Ausstellungsstücke, darunter antike Steintafeln mit Lao-Inschriften und eine Garage voller Autos, die zur Zeit des Königs modern waren. Von Ford bis Citroen ist alles dabei, was auf laotischen Straßen anno dazumal eigentlich keine Überlebenschance hatte. Auch das königliche Drachenboot ist in der Nähe geparkt.


Auf dem Areal der Residenz befindet sich auch eine Halle, die den bedeutenden Phabang-Buddha beherbergt. Die kleine Statue ist zwar nur 83 Zentimeter hoch, stellt jedoch das wichtigste und identitätsstiftende Buddha-Bildnis in Laos dar. Seit dem 14. Jahrhundert befindet sich diese Figur in Luang Prabang, wurde jedoch zwischenzeitlich zweimal von den Siamesen geraubt. Die Feindschaft mit Thailand konnte jedoch irgendwann überwunden werden, sodass heute sogar eine Freundschaftsbrücke die heutige Hauptstadt Vientiane mit Thailand am gegenüberliegenden Ufer verbindet. Zur Zeit wird in Luang Prabang ein neuer Tempel gebaut, in dem die Statue ihren endgültigen Standort finden soll.


Auch in Laos lohnt sich ein Fahrrad als innerstädtisches Fortbewegungsmittel und da Luang Prabang trotz seiner glanzvollen Geschichte doch nur eine Provinzstadt ist, verschaffen einem zwei Räder die nötige Mobilität um die Gegend zu erkunden. Meine Mitreisenden sind nach Phonsavan weitergezogen, um dort die Ebene der Steinkrüge zu erkunden, die ich leider verpasst habe. Ich wollte mir aber einfach mal einen Tag mehr an einem Ort gönnen, da wir unser straffes Programm bisher in aller Konsequenz durchgezogen hatten. Und im Umland der Stadt gab es schließlich Wasserfälle, grüne Felder und ein paar Dörfer mit Mönchen, die ihrer täglichen Arbeit nachgehen.


Fahrrad ahoi. Ich fahre in alle Richtungen und finde mal hier, mal dort ein interessantes Wat oder eine Schotterpiste, die im Nichts zu enden scheint. An einer Stelle fährt mir ein Konvoi entgegen, der vorausfahrende Polizist gebietet allen anderen Verkehrsteilnehmern stehenzubleiben und die schwarze Limousine mit irgendeinem Minister – vermutlich der für Landwirtschaft, denn da gab es ein Ministerium in Luang Prabang – braust vorbei. Dann kann ich weiter die Pedale treten und mit dem Ein-Gang-Rad die nächste Steigung erklimmen.


Auf dem Rückweg komme ich an einem Denkmal vorbei. Hier ist das erste Staatsoberhaupt des sozialistischen Laos, Prinz Souphanouvong (1909-1995), in Bronze verewigt und von einem kleinen Park am Mekong eingerahmt. Weniger sehenswert als vielmehr Rast spendend.


Ich fahre zurück in die Stadt. Auch im sozialistischen Laos hat Religion also eine wichtige Bedeutung. Luang Prabang ist bis heute auch ein religiöses Zentrum. Morgens sammeln die Mönche ihre Almosen von der Bevölkerung, leider hatte ich keine Gelegenheit, dieser Zeremonie beizuwohnen und Fotos zu schießen. Die Stadt ist nicht groß, aber es gibt unzählige Tempelanlagen. Die meisten der Wat im Zentrum sind restauriert, doch etwas außerhalb kommt man auch an weniger gut erhaltenen Tempeln vorbei. Die Armut des Landes und der Kontrast zu Thailand werden durchaus auch an der Intensität der Restaurationsarbeiten deutlich, doch in der Abendsonne sind die Tempel von Luang Prabang sehr inspirierend.


Am späten Nachmittag komme ich von meiner Radtour zurück und um kurz vor achtzehn Uhr beginnen die Mönche in ihren Meditationsräumen vor sich hin zu singen, vor jedem Wat kann man ihren Singsang hören, und die Straße wird ergriffen von einer eigenartigen, abendlichen Stimmung. Wie im Nahen Osten der Gebetsruf des Muezzin den Übergang zwischen Tag und Nacht markiert, versammeln sich hier die buddhistischen Mönche vor Sonnenuntergang, um ihre tägliche Meditation zu begehen. Währenddessen trocknet der Reis in der Sonne, die Mücken steigen aus ihren Verstecken im Schilf auf und zielstrebig geht die über dem Mekong unter.


Donnerstag, 19. März 2015

Südostasien 2015

Man muss nur in die richtige Richtung fliegen, wenn man morgens um sechs in Bangkok eine Heimreise antreten und nach 22 Stunden per Taxi, Flugzeug und Zug wieder in Bonn ankommen will, lange bevor der Tag zu Ende ist. Zu Ende gehen dann jedenfalls vier Wochen Südostasien, von denen ich Euch in den nächsten Tagen einige Bilder zeigen und Hintergrundinfos liefern möchte. Marian, Patrick und Michael, drei Freunde vom Studium in Tübingen, haben mich als letzten Passagier mit ins Boot geholt und zusammen sind wir durch Thailand, Laos und Kambodscha gereist.


Thailand ist jedes Jahr das Reiseziel von ca. einer halben Million Deutschen, im Grunde also alles andere als eine unbekannte Welt.  Exotisch ist das Königreich, wo sich morgens um acht und abends um sechs alle Menschen zur Nationalhymne erheben, aber allemal. Vor allem für mich, der bis dahin alle Regionen verschmäht hat, die östlich des Euphrat liegen. Ein bisschen Südostasien für Einsteiger kam mir da ganz gelegen und dementsprechend haben wir dann auch versucht, uns das volle Programm aus Kultur, Geschichte und Natur zu gönnen, verfeinert von einer Brise Chili und einigen Tagen Strand. Und mein Blog erlaubt es mir, mich aus Schreiblust schon mitten im Urlaub auf die Rückkehr zu freuen. In meinen Beiträgen der nächsten Tage möchte ich Euch mitnehmen in die smogverhangene Metropole Bangkok und zu den Ruinen der siamesischen Königsstädten Ayutthaya und Sukhothai. Von dort ging es über Chiang Mai im Norden Thailands, einem wichtigen Ausgangspunkt für Trekking-Touren jeder Art und Muss für alle Naturliebhaber, hinübergeht nach Laos. Von Luang Prabang am Mekong führt die Route über Vang Vieng hinunter nach Vientiane, in die kleinste Hauptstadt Asiens. Nach einem kurzen thailändischen Intermezzo, in das ein ratternder Nachtzug und eine zu teure Busfahrt verwickelt waren, geht es nach Kambodscha zur größten religiösen Tempelanlage der Welt in Angkor Wat und natürlich auch in die Millionenstadt Phnom Penh, vorletzte Station unserer Reise. Dort setzten wir uns mit der leidvollen neueren Geschichte Kambodschas auseinander und mit den Roten Khmer, die in den Siebzigerjahren ein grausames Regime führten. Unsere letzten Tage verbrachten wir dann auf der grünen Insel Koh Chang in Thailand, pünktlich zum Beginn der Regenzeit, bevor es zurück ging nach Bangkok. Dort nahm unsere durch kulinarische Vielfalt geprägte und von vielen alten Ruinen gezeichnete Reise ihr Ende.


Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und hoffe, ein wenig das Reisefieber wecken zu können, das in jedem von uns schlummert. Natürlich bin ich wie immer offen für Anmerkungen und Kritik, also meldet Euch.

Viele Grüße aus Bonn,


Thorschten